Berichte
Mail 2008
Limesritt 2008 von Fritz Schüle
Die Strecke: Der Limes-Wanderweg entlang des
obergermanisch-rätischen Limes von seinem Beginn bei
Rheinbrohl am Rhein bis zum Ende bei Eining an der Donau.
Länge des Limes 550 km. Reitstrecke sicher über 600 km.
Abritt war am 19. Mai, Ankunft am 24. Juni 2008. Nach
einigen Wanderritten in der Eifel und im Hunsrück wollte ich
mal eine längere Strecke angehen. Meine Wahl fiel auf den
Limesweg wegen der kurzen Anfahrt zum Beginn der
Wanderstrecke und meinem Interesse am Limes generell.
Das Pferd: Merlin, ein Lewitzer Wallach, Braunschecke, 12 Jahre alt, aus der Zucht vom Lindenhof Hoffmann, Mörsdorf bei Kastellaun/Hunsrück.
Der Reiter: Fritz Schüle, 64 Jahre, aus
Brodenbach/Mosel, reitet seit 8 Jahren. Die Reitweise ist
beeinflusst von der gewaltlosen Reitweise nach Fred Rai.
Ausrüstung: Sattel: Rieser-Westernsattel ohne Horn, Packtaschen hinten, Packtaschen vorn von Ortlieb Steigbügel Elastostep Distanz (zu Tapaderos umgearbeitet) Zäumung: gebisslos (Mini Hackamore Eigenbau) Hufschuhe: Easy Boot Bare
Vorbereitung: Es gibt sehr gutes Kartenmaterial
speziell für den Limes Wander- und Radweg. Ich habe ein paar
Wochen vorher die Limes-Strasse abgefahren und nach
möglichen Übernachtungsmöglichkeiten für Pferd und Reiter
Ausschau gehalten. Für den fränkisch-bayrischen Raum gibt es
auch eine Karte mit Reitstationen. Diese sind jedoch z.T. zu
weit vom Limes entfernt, so dass auf eigene Faust gesucht
werden musste (eine Liste der von mir aufgesuchten
Reitstationen und weiterer Informationen wird in einigen
Wochen auf der Homepage der VFD erscheinen). Der Ritt war
problemlos, obwohl ich mich trotz der guten Ausschilderung
des Wanderwegs öfters verritten habe. Die Strecke bestand zu
ca. 50 % aus Asphalt- bzw. Betonwegen, ca. 30 % Schotter und
20 % weichen Waldwegen. Die meiste Zeit bin ich mit den
Hufschuhen geritten, die nach dem Ritt nur einen geringen
Verschleiss aufwiesen. Streckenweise bin ich auch ganz ohne
Hufschutz unterwegs gewesen, ca. ein Fünftel der Strecke
habe ich geführt. Abritt war meist zwischen 9 und 10 Uhr,
die Ankunft im nächsten Quartier zwischen 17 und 20 Uhr je
nach Streckenlänge. Die Tagesetappen waren zwischen 15 und
35 km lang. Jede Woche wurde ein Ruhetag eingelegt.
Die Reitstationen waren von sehr unterschiedlicher Qualität und reichten von einfachen Schlafgelegen-heiten bis zu luxuriösen Zimmern im Gutshaus. Zweimal habe ich auch im Stall auf Liegen im Schlafsack übernachtet.
Besonders wohlgefühlt habe ich mich auch auf dem Hutzelhof
in Mönchsroth bei Familie Bischoff und Frau Reiter, die
selber erfahrene Wanderreiter sind. Am besten gefallen hat
mir der erste Teil des Limes vom Rhein durch den Westerwald
und Taunus, wo er hauptsächlich durch Waldgebiete
führt. Dort kann man auch noch ziemlich viel von ihm sehen.
Wo er in landwirtschaftlich genutztes Gelände kommt, ist
leider das Meiste eingeebnet. Die Strecke durch den
Schwäbischen Wald bei Murrhardt und Mainhardt war am
Schwierigsten zu reiten, des öfteren musste ich vom
Wanderweg abweichen weil unpassierbare Stellen
(Treppenstufen, sehr steile Abstiege) auftauchten. Mit dem
Wetter hatte ich großes Glück: Richtige Regentage hatte ich
nur zwei, dazu halt mal einen Schauer oder ein Gewitter, wo
ich mich aber meistens unterstellen konnte. Einen Teil der
Strecke im Taunus legte ich in Begleitung eines
VFD-Reiterfreundes zurück, den Rest allein. Manche Stationen
hatten selbst keine Pferde, so dass der arme Merlin auch
einmal mit einer kranken Kuh auf der Koppel stehen musste.
Es ist für das Wanderpferd sicher besser, wenn man
wenigstens zu zweit unterwegs wäre. Man könnte sich dann
unterwegs auch etwas mehr anschauen als dies für einen
Einzelreiter möglich ist.
Fritz Schüle aus Brodenbach/Mosel
